Kieferknochennekrose durch Medikamente (MRONJ)

Nehmen Sie Medikamente gegen Osteoporose oder Krebs? Dann kann in seltenen Fällen der Kieferknochen betroffen sein. Wir sind darauf spezialisiert – vorsorglich wie auch im Befundfall.

Was ist MRONJ?

MRONJ (medikamenten-assoziierte Kiefernekrose) bezeichnet eine Schädigung des Kieferknochens durch bestimmte Medikamente. Betroffen ist der Knochen in seiner Fähigkeit, sich zu erneuern und Wunden zu heilen. Die gute Nachricht: MRONJ ist selten und bei rechtzeitiger Diagnose sehr gut behandelbar.

Welche Medikamente betreffen das?

  • Bisphosphonate (z. B. Zoledronat / Aclasta, Alendronat / Fosamax, Ibandronat)
  • Denosumab (Prolia, XGEVA)
  • Antiangiogenetika (z. B. Bevacizumab, Sunitinib, Everolimus)

Bringen Sie beim ersten Termin bitte eine Liste Ihrer Medikamente mit.

Wann sollten Sie zu uns kommen?

    • Sie nehmen eines der genannten Medikamente ein – auch schon vorsorglich
    • Eine Extraktion, Implantation oder Parodontalbehandlung steht an
    • Sie haben Kieferschmerzen, freiliegenden Knochen oder eine Wunde, die nicht heilt
    • Ihr Zahnarzt oder Onkologe hat Sie zur Abklärung überwiesen

Unser Angebot

    • Persönliche Risikoeinschätzung
    • 3D-Röntgen (DVT) – präzise und strahlungsarm
    • Behandlungsplan in Abstimmung mit Ihrem Arzt oder Onkologen
    • Ambulant oder stationär – je nach Befund, direkt am Klinikum Ernst von Bergmann
Wichtig: Bitte setzen Sie Ihre Medikamente niemals eigenmächtig ab. Die Abwägung treffen wir gemeinsam mit Ihnen und Ihren Ärzten.

Jetzt Termin vereinbaren:

Telefon: 0331 28830040
E-Mail: info@mkg-potsdam.com

Diagnose und Behandlung bei MRONJ

Je früher wir einen Befund erkennen, desto einfacher ist die Behandlung. Deshalb lohnt sich die Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde – auch ohne konkrete Beschwerden.

Wie erkennt man eine MRONJ?

    • Freiliegender Knochen im Mund (weißlich oder gelblich), der länger als 8 Wochen besteht
    • Wunde nach einer Extraktion, die sich nicht schließt
    • Kieferschmerzen, Schwellung oder Eiterung ohne klare Ursache
    • Taubheitsgefuehl im Unterkiefer

Manchmal gibt es gar keine Schmerzen – der Befund wird zufällig beim Zahnarzt entdeckt.

Wie stellen wir die Diagnose?

Klinische Untersuchung
Wir untersuchen Mundschleimhaut und Knochen sorgfältig – das gibt uns oft schon den entscheidenden Hinweis.
3D-Röntgen (DVT)
Der Digitale Volumentomograph zeigt uns den Kiefer dreidimensional. Wir erkennen selbst feinste Knochenveränderungen – mit deutlich geringerer Strahlung als ein herkömmliches CT.
Staging
Wir stufen den Befund nach dem internationalen AAOMS-Schema in vier Stadien ein (0-3). Das Staging bestimmt, welche Behandlung die richtige ist.

Wie behandeln wir MRONJ?

Stadium 0 und 1 – konservativ
Antibakterielle Mundspuelungen (Chlorhexidin), bei Bedarf Antibiotika und engmaschige Kontrollen – häufig reicht das aus.
Stadium 2 – aktive Infektion
Wir entfernen abgestorbenes Gewebe in einem kleinen ambulanten Eingriff (Debridement) und behandeln die Infektion mit Antibiotika.
Stadium 3 – fortgeschrittener Befund
In seltenen Fällen ist eine operative Resektion notwendig – stationär im Klinikum Ernst von Bergmann, mit individueller Anpassung von Narkose und Nachsorge.

PRF – Platelet-Rich Fibrin: Bei Eingriffen setzen wir ergänzend Ihren eigenen Blutplasmaextrakt ein. Das fördert die Wundheilung und reduziert Entzündungen – vollkommen körpereigen.

Was passiert mit meinem Medikament?

Das entscheiden wir nicht allein. Ob eine vorüberzehende Pause (Drug Holiday) sinnvoll ist, klären wir in enger Absprache mit Ihrem Onkologen oder Orthopäden. Ihr Knochenschutz hat dabei immer Priorität.

Häufige Fragen zu MRONJ

Das Risiko bei oralen Bisphosphonaten ist deutlich geringer als bei intravenoeser Gabe. Trotzdem empfehlen wir eine Vorstellung – besonders wenn ein Zahnarzteingriff ansteht. Wir schaetzen Ihr persönliches Risiko realistisch ein.

Ja – aber mit Vorbereitung. Eine Extraktion ist möglich, wenn Ihr Zahnarzt über Ihre Medikation informiert ist und die Wunde sorgfältig verschlossen wird. Wir stimmen uns gerne im Vorfeld mit ihm ab.
Das hängt von Ihrer Medikation und Ihrem persönlichen Risiko ab. In manchen Fällen empfehlen wir eine Therapiepause – in anderen nicht. Das klären wir im Beratungsgespräch.
Frühe Befunde werden oft nur beobachtet und gespült – ohne Operation. Ein ambulanter Eingriff dauert weniger als eine Stunde. Schwere Faelle behandeln wir stationär. Wir informieren Sie bei jedem Schritt.
Bitte kommen Sie zeitnah zu uns. Freiliegender Knochen über mehr als acht Wochen ist das entscheidende Zeichen. Je früher wir behandeln, desto besser die Heilungschancen – wir vergeben kurzfristige Termine.
Nein – dafür sind wir da. Wir arbeiten eng mit onkologischen Praxen zusammen und finden gemeinsam mit Ihrem Behandlerteam den besten Weg, ohne Ihre Krebstherapie zu gefährden.