MKG-Lexikon

Informationen zur Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie

 

Anästhesie (Narkose)

Für die meisten Mund-, Kiefer- und Gesichtsbehandlungen reicht die lokale Betäubung (lokale Anästhesie) in der Regel vollkommen aus. Komplexe chirurgische Eingriffe, wie plastisch-rekonstruktive Operationen oder Korrekturen von Kieferfehlstellungen, können jedoch eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) oder Analgosedierung (Dämmerschlaf) erforderlich machen.

Im Gegensatz zur lokalen Anästhesie wird bei einer Vollnarkose ein kurzzeitiger, vorübergehender Bewusstseinsverlust eingeleitet. Während einer Dämmerschlafnarkose hingegen bleibt der Patient die ganze Zeit über ansprechbar. Herbeigeführt wird diese Art der intravenösen Anästhesie mithilfe von schmerzstillenden Medikamenten und beruhigenden Substanzen.

Ästhetische Gesichtschirurgie

Unser Gesicht ist unsere Visitenkarte. Unregelmäßigkeiten oder Deformitäten können für Betroffene daher sehr belastend sein. Hier können wir in unserer Facharztpraxis für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie helfen. Die genaue Kenntnis der Gesichtsanatomie erlaubt es, komplexe chirurgische Eingriffe in einem derart sensiblen Bereich vorzunehmen. Ob Faltenunterspritzung, Face-Lift oder hoch spezialisierte Korrekturen des Kiefers dank individueller Behandlungskonzepte verhilft Ihr MKG-Chirurg Ihnen schonend zu harmonischen Gesichtszügen und das ohne Ihre Mimik zu verändern.

Bildgebende Diagnostik

Die knöchernen Strukturen des Kopfes bilden aufgrund der unmittelbaren Nervnähe einen hochsensiblen und komplexen Bereich. Eine präzise Diagnostik ist daher ein Muss! Das konventionelle zweidimensionale Röntgenverfahren reicht hier oftmals nicht aus. Eine Behandlungsplanung mittels der 3D-Technologie ist da weitaus sicherer. Der Grund: Mithilfe der digitalen Volumentomographie (DVT) können feinste anatomische Strukturen bis ins kleinste Detail dargestellt werden, was die Operationsplanung maßgeblich erleichtert.

Entzündungen

Sowohl Zähne als auch Nasennebenhöhlen, Speicheldrüsen, Gaumenmandeln und Hautanteile können mit Entzündungen reagieren. Tritt eine sogenannte Inflammation auf, sollte zunächst nach der Ursache geforscht werden. Dies geschieht mithilfe einer klinischen Untersuchung. Eine genaue Indikationsstellung ermöglichen spezielle bildgebende Verfahren. Auf diese Weise kann Ihr Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie die Symptome schnell identifizieren und notwendige entzündungshemmende Maßnahmen einleiten. Eitrige Prozesse (Abszesse) erfordern in der Regel eine Abszesseröffnung.

Früherkennung

Den aktuellen Statistiken zufolge sind jährlich etwa 10.000 Menschen von einem Mundhöhlenkarzinom betroffen. Auch der medizinische Fortschritt und verbesserte Behandlungsmethoden konnten die hohe Zahl der Erkrankungen nicht reduzieren. Die Tendenz ist weiterhin steigend. Der Grund: Bei zahnärztlichen Untersuchungen werden die Tumoren oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt sind diese meist bereits in wichtige Nachbarstrukturen, wie den Kieferknochen, eingedrungen und haben zahlreiche Metastrasen gestreut. In diesem Fall beträgt die durchschnittliche Überlebensrate etwa fünf Jahre. Dieser Umstand macht deutlich, wie wichtig eine Früherkennung ist. Wird die Schleimhaut in der Mundhöhle regelmäßig und systematisch untersucht, kann dem Tumorwachstum rechtzeitig entgegengesteuert werden. Eine Maßnahme, die Leben retten kann.

Kieferfehlstellung

Treffen die beiden Zahnreihen nicht aufeinander, liegt oft eine Fehlstellung der Kiefers vor. Meist steht ein Kiefer zu weit vor oder zurück und erscheint somit entweder zu lang oder zu kurz. Die Folge: Eine derartige Kieferlage kann nicht nur das Kauen, sondern auch das Sprechen, Schlucken und die Nasenatmung stark beeinträchtigen. Die Betroffenen versuchen den Fehlbiss unbewusst auszugleichen, was die Situation meist verschlimmert und zu chronischen Kopf- und Nackenschmerzen führen kann. Darüber hinaus leiden viele Patienten mit einer sogenannten Dysgnathie unter ihrer unharmonischen Profillinie. Auch in diesem Fall kann ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg helfen. Die Therapie der Wahl stellt eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung dar.

Diese läuft wie folgt ab: Zunächst führt Ihr behandelnder Zahnarzt oder Kieferorthopäde eine kieferorthopädische Vorbehandlung mithilfe festsitzender Zahnspangen durch. So werden die Zahnreihen auf ihre spätere Position vorbereitet. Ist diese abgeschlossen, überweist Ihr Behandler Sie an einen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen. Der Letztgenannte bringt die Kiefer mithilfe eines operativen Eingriffs in die richtige Position. Eine anschließende kieferorthopädische Nachbehandlung rundet die Therapie ab. Die Harmonisierung der Kieferstellung kann in jedem Alter durchgeführt werden. Gesetzlich Versicherte tragen die Therapiekosten nach Vollendung des 18. Lebensjahres allerdings selbst.

Krebserkrankung

Wie andere Körperbereiche kann auch die Kiefer-und Gesichtsregion von gut- oder bösartigen Gewebeveränderungen betroffen sein. Zu den bösartigen Tumoren gehören vor allem Karzinome der Schleimhaut (Plattenephitelkarzinome). In den vergangenen Jahren ließ sich eine steigende Tendenz für Tumorbildung im Gesicht beobachten, was auf einen leichtfertigen Umgang mit der Sonnenstrahlung zurückgeführt werden kann. Für Schleimhauttumoren der Mundhöhle und des Rachens sind hingegen in der Regel Tabak und Alkohol verantwortlich.

Die Therapie von Tumorerkrankungen bildet einen wichtigen Bestandteil der MKG-Chirurgie. Der Behandlungserfolg hängt vom Stadium des jeweiligen Tumors ab. Bei Verdacht auf eine bösartige Haut- oder Schleimhautveränderung ist der Gang zum Zahnarzt oder Kieferchirurgen daher obligatorisch. Die Diagnose kann mithilfe hochmoderner bildgebender Verfahren und histologischer Gewebeuntersuchungen spezifiziert werden. Handelt es sich tatsächlich um einen bösartigen Tumor, sollten umgehend weitere Therapieschritte eingeleitet werden. Neben der operativen Behandlung können hierbei ebenso unterstützende Verfahren, wie die Strahlentherapie und Chemotherapie, erforderlich sein. In einigen Fällen empfiehlt sich auch eine plastische Wiederherstellung der betroffenen Hautbereiche.

Operative Zahnentfernung

Als letzte der 16 Zähne brechen die Weisheitszähne meist erst im Erwachsenenalter durch. Ihre versteckte Lage kann dazu führen, dass quer liegende oder nur teils durchgebrochene Zähne unentdeckt bleiben. Diese wiederum können schmerzhafte Entzündungen der Schleimhaut und Knochen auslösen, die mit einer Zystenbildung (mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume) einhergehen. Sogenannte „Querschläger“ können zudem zu einer Verschiebung des davor gelegenen Backenzahns oder der ganzen Zahnreihe führen. Muss ein Weisheitszahn entfernt werden, ist der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg der richtige Ansprechpartner. Seine Spezialisierung befähigt ihn dazu, selbst komplexe Eingriffe durchzuführen, ohne umliegende anatomische Strukturen, wie den Unter­kiefernerv oder den Nachbarzahn, zu beschädigen.

Operativer Zahnerhalt

Wird eine Entzündung des Zahnmarks (Zahnnervs) nicht rechtzeitig behandelt, kann diese in Richtung der Nervenkanäle weiterwandern und somit sowohl die Wurzelspitze als auch den umliegenden Kieferknochen miterfassen. Die Folge: Der Zahnnerv zieht sich immer weiter zurück, was zu einem Absterben des Zahns führt. Doch soweit muss es gar nicht erst kommen! Wird rechtzeitig ein Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg konsultiert, kann dies den Zahnerhalt sichern. Ist die Entzündung bereits bis zur Zahnwurzel vorgedrungen, kann eine operative Entfernung der Wurzelspitze (Wurzelspitzenresektion) den Zahn retten. Hierzu legt Ihr MKG-Chirurg einen kleinen Zugang über die Mundschleimhaut und entfernt das entzündete Gewebe. Zusätzlich reinigt und desinfiziert er die Wurzelkanäle und dichtet diese mit einer Füllung ab.

Parodontalchirurgie

Wer seine Zähne schon in jungen Jahren pflegt, hat auch im Alter gut lachen. Denn eine gute Zahnpflege ist für eine nachhaltige Zahngesundheit unerlässlich. Wird diese nicht eingehalten, droht eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparates, eine sogenannte Parodontitis (ugs. Parodontose). Unbehandelt kann diese zum Abbau des Zahnbettes und der Knochensubstanz und damit zum Zahnverlust führen. Bei entsprechender Indikation empfiehlt sich eine Untersuchung durch einen MKG-Chirurgen. Der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie kann die bakterielle Ausbreitung mithilfe parodontologischer Konzepte verhindern und somit den Zahnerhalt sichern. Dies gelingt ihm durch eine Sanierung des Zahnhalteapparats. Bei fortschreitendem Kieferknochenabbau ersetzt der speziell ausgebildete Facharzt die verloren gegangene Knochensubstanz mithilfe des köpereignen oder künstlich hergestellten Knochenersatzmaterials.

Schmerz (Kiefergelenk)

Chronische Gesichtsschmerzen können viele Ursachen haben. Betroffene sind daher oftmals verunsichert, welche Therapie Abhilfe schaffen kann. Als doppelapprobierter Humanmediziner und Zahnarzt ist der MKG-Chirurg der Hautansprechpartner bei Beschwerden im Mund, Kiefer- und Gesichtsbereich. Dank hochmoderner bildgebender Verfahren ist er in der Lage, eine präzise Indikation zu stellen und für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept zu erarbeiten.

Unfallchirurgie

Verletzungen des Kopfbereiches gehören in die Hände eines erfahrenen Spezialisten für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie. Eine fehlende oder unsachgemäße Notfallversorgung kann zu Asymmetrien des Gesichtes oder langfristigen Fehlfunktionen, wie Gelenkbeschwerden, Sensibilitätsdefiziten, Bissstörungen oder Doppel­bildsehen, führen. Selbst kleinste Fehler können durch die enge Nachbarschaft zur Halswirbelsäule und den Atemwegen schwerwiegende, gar lebensbedrohliche Komplikationen auslösen. Eine mund-, kiefer- und gesichtschirurgische Praxis verfügt über alle notwendigen diagnostischen Instrumente und spezielle bildgebende Verfahren zur Durchführung umfangreicher Untersuchungen. So kann Ihr MKG-Chirurg Sie im Notfall schnell und risikoarm versorgen.

Zahn-Implantologie

Zahnverlust geht nicht nur mit ästhetischen, sondern vor allem mit funktionellen Einschränkungen einher. Wird ein leerstehendes Zahnfach nicht rechtzeitig versorgt, bildet sich der Kieferknochen an der betroffenen Stelle zurück. Der fortschreitende Knochenabbau kann langfristig zu einer Fehl- oder Überbelastung der Kiefer führen. Eine beeinträchtigte Kieferfunktion wiederum kann eine ganze Kaskade körperlicher Beschwerden in Gang setzen. Daher ist eine zügige Versorgung mit Zahnersatz äußerst wichtig. Eine bequeme und ästhetisch anspruchsvolle Lösung stellen die Zahn-Implantate dar. Diese werden anstelle des fehlenden Zahns in den Kieferknochen eingebracht. Nach einer mehrmonatigen Einheilungszeit können die künstlichen Zahnwurzeln mit einzelnen Kronen, Brücken oder vollständigen Zahnreihen versorgt werden. Auf diese Weise erhalten die Patienten ihr verloren geglaubtes Lächeln zurück und können auch bei festen Speisen wieder kraftvoll zubeißen.